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Wir erstellen Wertgutachten zur Bewertung von Unter­nehmen und Unternehmens­teilen vornehmlich als gericht­licher Sachverständiger aber auch für Unternehmer und sonstige Interessenten im gesamten Bundesgebiet.

Vertiefte Erfahrung haben wir in der Bewertung freiberuf­licher Partnerschaften, speziell Ingenieurbüros, Architektur- und Planungsbüros.

Als Rechtsanwaltskanzlei liegt unser Schwerpunkt natürlich auf der Vermeidung und der Bewältigung von Streitigkeiten vermittels eines für alle Beteiligten nachvollziehbaren Wertgutachtens.
 

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Wie soll ein Gutachten beschaffen sein?

Das Unternehmenswertgutachten muss für den Auftraggeber ver­ständlich und nachvollziehbar sein.

Das Gutachten muss den aktuellen Meinungsstand berücksichtigen und aktuellen anerkannten Standards entsprechen.

Das Gutachten muss die Bewertungsgrundlagen und die Bewertungsmethodik aufzeigen.

Das Gutachten muss durch Dritte überprüfbar sein. Ein Gutachten nützt nichts, wenn es nur eine Meinung wiedergibt. Der Geschäfts­partner muss die Herleitung des Wertes nachvollziehen und über­prüfen können.

Das Gutachten muss gegenüber alle Beteiligten überzeugend sein. Es stellt einen wichtigen Schritt in Verhandlungen dar und repräsentiert das Unternehmen und das Anliegen.

Das Gutachten soll eine ange­messene Form haben.

Bewertungsfragen bei Arztpraxen und Freiberuflern

Für die Bewertung von Arztpraxen und Freiberufler-Unternehmungen existieren verschiedenste methodische Ansätze. Deren Spektrum reicht von einer Ermittlung des Ertragswerts analog der Bewertung eines Industrieunternehmens nach dem Standard IDW S 1 über eine daraus abgeleitete modifizierte Ertragswertmethode bis zu völlig individuellen Methoden verschiedener Gutachter. Diese Vielfalt ist auf die Spezifik des Bewertungsgegenstands zurückzuführen. Maßgeblich können solche Bewertungen für verschiedene Zwecke sein, wie die Bestimmung des Zugewinnausgleichs im Falle einer Scheidung oder für Besteuerungsgrundlagen.

Bundesgerichtshof bevorzugt modifizierte Ertragswertmethode

Der Bundesgerichtshof geht in seiner Rechtsprechung grundsätzlich davon aus, dass Grundsätze darüber, nach welcher Methode der wahre Wert einer Praxis zu ermitteln sei, gesetzlich nicht bestimmt seien. Dabei erachtet es der Bundesgerichtshof für die Bewertung der Praxis eines Freiberuflers zunächst für sachgerecht, wenn eine Bewertungsmethode herangezogen worden ist, die von einer zuständigen Standesorganisation empfohlen und verbreitet angewendet wird. Die sachverhaltsspezifische Auswahl aus der Vielzahl der zur Verfügung stehenden Methoden und deren Anwendung sei Aufgabe des - sachverständig beratenen - Tatrichters. Dessen Entscheidung könne vom Revisionsgericht nur daraufhin überprüft werden, ob sie gegen Denkgesetze und Erfahrungssätze verstoße oder sonst auf rechtsfehlerhaften Erwägungen beruhe. Hieraus folgt, dass die Berufungsgerichte und der Bundesgerichtshof weitgehend an die vom Richter des erstinstanzlichen Verfahrens zugrundegelegte Bewertungsmethode gebunden sind. Daraus ergibt sich eine gewisse Freiheit bei der Wahl des Bewertungsverfahrens und dessen Anwendung.

Im Detail jedoch erachtet der Bundesgerichtshof das modifizierte Ertragswertverfahren als die geeignetste und genaueste Methode. Andere Methoden, z. B. solche, die den Praxiswert vom Umsatz ableiten wollen, wie das Umsatzmultiplikatorverfahren, hält der BGH für ungeeignet. Bei Bewertungen nach solchen Methoden muss man damit rechnen, dass die Gerichte höherer Instanzen diese als auf rechtsfehlerhaften Erwägungen beruhend zurückweist und eine neue Bewertung durch einen gerichtlichen Sachverständigen einholt.

Im Ergebnis ist es somit ratsam, Bewertungen gleich nach der modifizierten Ertragswertmethode erstellen zu lassen.

Was beinhaltet die modifizierte Ertragswertmethode?

Die modifizierte Ertragswertmethode ist im Grunde nicht anderes als Ertragswertmethode, wie sie z. B. einer Bewertung nach IDW S 1 zugrundegelegt wird. Einen Grund zur Modifizierung sieht der Bundesgerichtshof darin, dass eine Arztpraxis oder ein Freiberufler-Büro sehr wesentlich von der Person des Betreibers abhängig sind. Die Abhängigkeit des wertrelevanten Unternehmenserfolgs von der Person des Inhabers, zumindest über einen gewissen Zeitraum, ist jedoch bereits in der Ertragswertmethode selbst zu bewerten, so dass eine Modifizierung nur in der Gewichtung dieses Merkmals liegt. Ein weiterer, bei Praxen besonders relevanter Gesichtspunkt ist, dass der wertrelevante Erfolg wesentlich von der Arbeitsleistung des Inhabers selbst abhängt, so das diese prägend in die Bewertung einfließt.

Das Ergebnis der Bewertung liegt, vereinfacht gesagt, in der Kapitalisierung des höheren Gewinns eines Übernehmers der Praxis gegenüber dem Gewinn, den er bei Neuaufbau einer Praxis erzielen würde, wobei diese Betrachtung auf eine unterstellte Aufbauphase beschränkt wird. Dabei werden nicht, wie vereinzelt zu lesen ist, die Werte der letzten drei Jahre vor dem Bewertungsstichtag zugrundegelegt. Vielmehr wird, wie bei einer Unternehmensbewertung auch, ausgehend von den Daten dieser Jahre zunächst eine Zukunftsprognose erstellt, die dann als Grundlage der Wertermittlung dient.

Wann sollte man eine Bewertung der Praxis vornehmen?

In der Praxis sind außerhalb gerichtlicher Verfahren aus folgenden Gründen sinnvoll:

Grundsätzlich ist es für die Zukunftsplanung von Bedeutung, welchen Wert die eigene Praxis hat. Hier empfiehlt sich in größeren Abständen eine überschlägige Wertermittlung.

Davon ausgehend ist eine Wertermittlung im Falle einer Veräußerung der Praxis dringend zu empfehlen. Immer wieder werden Praxen zu völlig realitätsfernen Preisen übertragen, was naturgemäß zu einer unangemessenen Einbuße entweder beim Veräußerer oder beim Erwerber führt.

Unumgänglich, das ist praktisch der häufigste Anwendungsfall, ist eine Bewertung beim Zugewinnausgleich im Falle einer Scheidung. Auch erlebt man immer wieder "schauderhafte" Einigungen ohne jegliche materielle Grundlage.

Letztlich ist eine Bewertung in verschiedenen steuerlichen Zusammenhängen dringend zu empfehlen, da die Finanzämter stets großzügig kalkulieren.

Aus der Erfahrung lässt sich sagen, dass die Kosten einer Praxisbewertung stets geringer sind, als der damit verbundene Vorteil.