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Online-Mediation

Eine Konfliktlösung ist auch in der Form möglich, dass die Mitteilung der Konfliktpositionen und die Lösung über Email erfolgt. wobei sämtliche Informationen, wie bei einer mündlichen Mediation, vollinhaltlich allen Streitparteien übermittelt werden.

Diese Art der Mediation hat gegenüber der auch Shuttle-Mediation genannten telefonischen Mediation den Vorteil, dass komplexere Konflikte erledigt werden können. Ein weiterer Vorteil der Mediation über Emails ist, dass die Parteien ihre Argumente überlegter vortragen können, als bei einer mündlichen Mediation.

Nachteilig ist, dass die Parteien sich nicht persönlich gegenübersitzen und emotionale Differenzen schwerer abbaubar sind.

Eine Mediation über Email ist daher besonders dann geeignet, wenn der Streit auf einem konkreten praktischen Konflikt beruht, zu dem ein interessengerechter Ausgleich gefunden werden soll.

Rechtliche Regelung

Die Grundsätze der Mediation sind im Mediationsgesetz geregelt.

News


Keine Haftung des Mediators analog der eines beratenden Rechtsanwalts

Das Amtsgericht Lübeck stellte mit Urteil vom 29.09.2006, Az. 24 C 1853/06, klar, dass ein Anwaltsmediator nicht in gleicher Weise hafte, wie ein für eine Partei beratend tätiger Rechtsanwalt.

Wesen einer Mediation sei es, dass ein Mediator im Einverständnis beider Parteien mit dem Ziel der Vermittlung und Schlichtung tätig wird. Der Anwalt nimmt also nicht die Interessen einer Partei wahr, was sich auch schon daraus ergibt, dass ihm jede weitere Tätigkeit für eine Partei allein generell untersagt ist. Daher darf ein Rechtsanwalt, der als Mediator tätig war, auch nicht für eine der Parteien als Rechtsanwalt auftreten.

Hinter all dem steht der Gedanke, dass es Aufgabe eines Mediators ist, den Kommunikationsprozess zwischen den Parteien zu gestalten und auf einen sachgerechten Interessenausgleich hinzuwirken, ohne sich in der Sache einer der Parteien zuzuwenden. Die Eigenverantwortlichkeit der Parteien bleibt deshalb im Mediationsverfahren vollständig erhalten und ist eines seiner wesentlichen Elemente. Zwar kann eine Mediator eigene Vorschläge einbringen. Er hat dann aber hinsichtlich der rechtlichen Prüfung darauf zu achten, dass sich die Parteien ggf. von ihre Interessen vertretenen Anwälten beraten lassen. Er kann deswegen diese Beratung nicht auch selbst übernehmen. Damit würde er seine Neutralität aufgeben. Hinzu kommt, dass der Anwaltsmediator zu keiner der Parteien in einem besonderen Informationsverhältnis steht. Eine Partei kann daher auch nicht erwarten, dass eine rechtliche Betrachtung eines Vorschlages unter allen Gesichtspunkten erfolgt.


Kein Vertragsentwurf ohne Erlaubnis

Das Landgericht Leipzig stellte mit Urteil vom 19.06.2004, Az. 5 O 1899/04, klar, dass auch die allein eine solche fördernde Unterstützung von Vertragsentwürfen einen Verstoß gegen das Rechtsberatungsgesetz darstelle, selbst wenn der Vertrag letztlich vor einer zugelassenen Stelle geschlossen werden solle.

Gegenstand des Verfahrens war die Abmahnung eines Psychologen, der als Mediator für ein bei ihm in Behandlung befindliches Ehepaar eine Vereinbarung entwarf, die Regelungen zu Trennungsfolgen enthielt und die anschließend bei einem Notar beurkundet werden sollte.


Mediation

Viele zivilrechtliche Streitigkeiten entstehen durch Konfliktsituationen, die aus objektiven Ursachen heraus begründet sind, ohne dass die am Ende streitenden Parteien bewusst am Entstehen des Konflikts mitwirken. Ausgehend von dieser objektiven Situation bilden und verfestigen sich erst die Positionen der Parteien. Solche Streite sind für eine Mediation geeignet.

Mediation ist eine Form der außergerichtlichen Streitbeilegung. Es gibt verschiedene Ansätze. Mein Ziel als Mediator ist es, einen Konflikt auf seinen objektiven Kern zu reduzieren und bei den Parteien eine Akzeptanz dafür zu schaffen, dass sich dieser objektive Konfliktkern als solcher naturgemäß nicht beseitigen lässt und hiervon ausgehend ein Kompromiss gefunden werden muss, welcher den gegenseitigen Interessen am weitesten gerecht wird. Ein solcher Kompromiss entspricht naturgemäß nicht den Streitpositionen der Parteien. Er macht jedoch dann Sinn, wenn die Parteien zu der Überzeugung gelangen, dass ein Nachgeben die geringere Belastung gegenüber einem Rechtsstreit und dessen Ergebnis bedeutet.

In der Regel führt eine gelungene Mediation zu einem tragfähigeren und zugleich emotional weniger belastenden Ergebnis als ein gerichtlicher Streit. Die Parteien können sich am Ende noch oder wieder in die Augen sehen, was nach einem gerichtlichen Streit fast nie der Fall ist.

Darüber hinaus wird eine Klärung in der Mediation regelmäßig in einem Bruchteil der Zeit erreicht, die ein Gerichtsverfahren, gegebenenfalls über mehrere Instanzen, in Anspruch nimmt.

Letztlich bringt eine Mediation geringere und vor allem von vornherein kalkulierbare Kosten mit sich.

Wie gelangt man zu einer Mediation?

Sofern noch kein gerichtlicher Streit anhängig ist, können sich die Parteien auf eine Person, sinnvollerweise einen Rechtsanwalt, als Mediator einigen. Dies sollte nicht der Rechtsanwalt einer Partei sein, da dann keine neutrale Bearbeitung gewährleistet sein wird und die Mediation wahrscheinlich scheitern würde. Sollten die Parteien bereits durch Rechtsanwälte vertreten sein, wäre zu empfehlen, dass sich die Parteien zunächst selbst auf einen Mediator einigen, da hiermit ausgeschlossen wird, dass die Objektivität unter der Verbindung eines Rechtsanwalt zum Mediator leidet.

Wie wird die Mediation durchgeführt?

Der eingesetzte Mediator fordert nun, nach einer Belehrung der Parteien über das Wesen der Mediation, alle zur Beurteilung des streitigen Sachverhalts bedeutsamen Informationen ab. Dabei entspricht es dem Wesen der Mediation, anders als im gerichtlichen Prozess, nicht nur die für eine prozessordnungskonforme Entscheidung erforderlichen Informationen einzuziehen, sondern auch weitere für die Streitbeilegung nützliche Sachverhalte. So können bei der Mediation auch entferntere Gesichtspunkte berücksichtigt und einem umfassenden Interessenausgleich zugrundegelegt werden. Insbesondere wird die subjektive Stellung der Parteien zum Streit ermittelt.

Anders als im gerichtlichen Verfahren, werden den Parteien nicht die jeweiligen Darlegungen und Stellungnahmen der Gegenseite zugeleitet. Diese Positionen der Gegenseite werden erst, vermittelt durch den Mediator, in der Mediationsverhandlung selbst (die auch schriftlich oder über das Internet geführt werden kann) erörtert. Anders als im gerichtlichen Verfahren gibt es in der Mediation, zumindest in der durch mich geführten, keine Zurückweisung neuer Darlegungen als verspätet. Notfalls wird die Mediationsverhandlung auch mehrfach unterbrochen, um weitere wesentliche Sachverhalte zu ergründen.

Auf Grundlage der ermittelten Tatsachen und der subjektiven Streitpositionen wird dann versucht, einen für beide Seiten sachlich nachvollziehbaren und subjektiv tragbaren Konsens zu finden. Dazu gehört in der Regel auch, ein Verständnis für die gegnerische Position zu vermitteln. Die Erfahrung sagt, dass ein Mediationsverfahrens stets zu einer Deeskalation des Streits führt. Selbst bei Scheitern einer Mediation führt diese zu einem besseren Verständnis der Parteien für die sachlichen und menschlichen Positionen der Gegenseite und zu einem moderateren Umfang selbst in einem folgenden gerichtlichen Streit.